Seit 5 Jahren unterstützen wir Cap Anamur mit den Honorarerlösen unseres Visualisierungs-Bestsellers „UZMO – Denken mit dem Stift“. Warum? Zum 40. Geburtstag der kleinen großen Kölner Hilfsorganisation ein paar gute Gründe.

31. August, Festakt im Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Autor Günter Wallraff und die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker gratulieren, die Tagesschau filmt und der Saal ist brechend voll. Im Hintergrund bikablo-Visualisierer Tim Schuster und das bikablo-Büroteam, die der Hilfsorganisation zum Geburtstag ein Recording schenken.

Alles muss drauf: Tim Schuster und Andrea Biesler recorden.

Natürlich wird es bisweilen überschwänglich, wenn eine solche Organisation vier Jahrzehnte zurückblickt. Doch ein Kennzeichen von Cap Anamur ist, dass sie um sich selbst wenig Gewese machen: keine emotionalen Werbevideos, keine großspurigen Erfolgsmeldungen und kein Angriff auf die Tränendrüse. Dafür viele große und kleine Geschichten von Katastrophenhilfe, Bildungsprojekten und medizinischen Einsätzen für Menschen an den großen Brandherden unserer Zeit.

Die Geschichte von Cap Anamur begann 1979: Christel und Rupert Neudeck erfuhren von Vietnamesen, die unter Lebensgefahr in überladenen Booten über das südchinesische Meer flohen. Gemeinsam mit Freunden charterten sie den Frachter „Cap Anamur“, benannt nach einem Kap an der türkischen Küste. Über 10.000 „Boat People“ konnten gerettet werden, weitere rund 35.000 Menschen wurden an Bord medizinisch versorgt. „Keiner soll sich anmaßen zu entscheiden, wer ertrinken muss und wer nicht“, zitiert Christel Neudeck den Mitbegründer Heinrich Böll.

Da, wo es brennt: Cap Anamur ist aktuell in 10 Ländern aktiv.

Cap Anamur ist damals wie heute ein kleines, pragmatisches und schlagkräftiges Team, dem es nie um etwas anders ging, als genau da zu helfen, wo es am nötigsten ist. Ein 5-köpfiges Büro, das nur knapp 4% der Spenden kostet. Fundierte Erfahrungen in der Logistik von Hilfsgütern. Tragfähige persönliche Netzwerke in Lateinamerika, Afrika und Asien. Konsequenter Verzicht auf staatliche Fördertöpfe, weil das die Handlungsspielräume einschränkt.

Einige der damaligen Bootsflüchtlinge haben ihre Kinder mitgebracht und erzählen, wie herzlich sie damals in Deutschland aufgenommen wurden, und wie sie in die für sie fremde Gesellschaft integriert wurden, noch bevor es das Wort „Willkommenskultur“ gab. Währenddessen machte der Verein „Cap Anamur – Deutsche Not-Ärzte e.V.“ weiter und war seither in 50 Ländern der Erde aktiv – schnell, unbürokratisch, ohne klimatisierte Hauptstadt-Büros und immer im unmittelbaren Kontakt mit den Menschen.

„Wir sind auch dann noch vor Ort, wenn nach einem Erbeben, einem Wirbelsturm oder einer Epidemie die Medienkarawane schon weitergezogen ist“, so beschreibt Geschäftsführer Bernd Göken die Arbeitsweise von Cap Anamur, „und bauen nachhaltige Strukturen auf: Krankenhäuser, Schulen oder Ausbildungsmöglichkeiten für medizinische Berufe.“ Und Christel Neudeck ergänzt: „Manchmal muss man auch unorthodox handeln, um sein Ziel zu erreichen.“

Gruppenbild mit Nachwuchs: das bikablo-Büroteam und Christel Neudeck mit Enkelkind

Während Visualisierer Tim die letzten Schattierungen an sein Recording legt und Wegbegleiter mit ehemaligen Boat People davor Selfies schießen, fragen wir uns: Kann man 40 Jahre Cap Anamur als Erfolgsgeschichte lesen?

Ja, wenn man den Blick darauf lenkt, was alles erreicht wurde.

Auch wenn wir vermuten, dass es noch mal 40 Jahre brauchen wird, bis sich Cap Anamur in den Ruhestand verabschieden kann.

Unser Geburtstagsgeschenk – bitte klicken, um eine größere Ansicht zu öffnen

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