Als bikablo-Trainierende mit agilem Hintergrund haben Andrea und Stefan das neue Training „bikablo Visual Agile“ entwickelt, das vom 29.6.–1.7.2021 zum ersten mal stattfindet. Was erwartet uns?

LIebe Andrea, lieber Stefan, wie seid ihr auf die Idee gekommen, „Visual Agile“ zu entwickeln?

Stefan: Agiles Arbeiten und Visualisieren gehören schon immer zusammen. Seit vielen Jahren haben wir das Präsenztraining „Visual Scrum“ im Angebot. Dann kam Corona und wir haben uns hingesetzt und daraus dieses Onlinetraining entwickelt. Dabei haben wir einiges neu gedacht. Konkret haben wir zum Beispiel kleine Visualisierungs-Apps programmiert, die wir den Teilnehmenden an die Hand geben. Außerdem nutzen wir kollaborative Plattformen wie Mural oder Miro. Kleingruppen- und Partner*innenarbeit realisieren wir mit den Breakout-Gruppen, die Zoom ermöglicht. Wir haben zudem den Fokus des Trainings geöffnet. Visual Agile geht über Scrum hinaus. Wir wollten auch Leute ansprechen, die sich im weiteren Sinne für agiles Arbeiten interessieren.

Andrea: Im Homeoffice ist das Kleinformat praktikabler als das Flipchart, das oft auch gar nicht zur Verfügung steht. Deshalb vermitteln wir Visualisierung so, wie es die Teilnehmenden täglich anwenden können. Alles ist auch auf digitales Zeichnen am Tablet übertragbar. Wobei „visual Agile“ natürlich kein iPad- oder Surface-Training ist.

Wie passen Visualisierung und Agilität zusammen? Welchen Mehrwert bietet die Kombination beider Ansätze?



Andrea: Nicht nur bei uns werden immer mehr Collaboration Tools wie Mural oder Miro eingesetzt. Die jeweiligen Dateien werden schnell unübersichtlich und voll. Hier kann Visualisierung helfen, bereits auf einer hohen Flugebene Struktur und Orientierung zu geben. Das passiert zum Beispiel durch den strategischen Einsatz von Farbe, visuellen Vokabeln und grafischer Elemente.

Stefan: Visualisierung beginnt ja streng genommen bereits, wenn ich statt linearem Text Begriffe oder Textpakete auf dem Blatt verteile und diese mit grafischen Elementen strukturiere. Jedes Scrum-Board, jedes Backlog, jede Ansammlung von Post-its erfüllt bereits den „Tatbestand“ von Visualisierung. Das ist alles sehr gehirngerecht. Und daran denken wir weiter.

Andrea: Genau! Schauen wir uns die Agilen Werte und Prinzipien an, so finden wir Begriffe wie Transparenz, Fokus, Überprüfen und Anpassen, Offenheit und Respekt. Darauf zahlt Visualisierung direkt ein: Annahmen, Wissen und Ideen werden mit dem Stift direkt sichtbar – also transparent – gemacht. Das unterstützt den Fokus, insbesondere in Dialogen: Wo sind wir gerade? Was ist der nächste wichtige Schritt? Gleichzeitig kann ich durch das Sichtbarmachen direkt auch in die Überprüfung gehen: Ist das korrekt, wie es dort steht? Und wenn nicht – Wie wäre es denn sinnvoll angepasst? Kreativprozesse und die Ideenfindung können mittels Skizze unterstützt werden. Im Design Thinking ist das Visualisieren bereits verankert. Erste Lösungsideen werden mit Papier und Stift durchdacht und frühzeitig auf ihre Machbarkeit überprüft. Visualisierung ist auch indirekt hilfreich: Es fördert die Offenheit, neue Wege zu gehen, indem Gedanken auf dem Papier ausgedrückt werden und damit zum gemeinsamen Verständnis beitragen. Emotionale Situationen aus Kund*innensicht hilft zu verstehen, wo der Schmerz oder das Bedürfnis liegt. In Meetings alle Beiträge aufzunehmen und sichtbar zu machen, fördert den Respekt untereinander, weil jede Stimme gehört wird.

 

Wie kann ich mir das Training inhaltlich vorstellen?

Stefan: Wir vermitteln in sehr kurzer Zeit einen aktiven visuellen Wortschatz. Außerdem schärfen wir das Bewusstsein für die strategische Anwendung von Farbe und geben Tipps zur Verbesserung der eigenen Handschrift. Wir erlernen die bikablo-emotions-Figuren und nutzen sie direkt für das Storytelling. Vieles davon geschieht im „Nutshell-Modus“. Wir geben Beispiele zur Inspiration und stellen Templates zur Verfügung. 
Am Ende jedes Tages steht eine praktische Übung. Ganz wichtig: statt mit großem Zeitaufwand repräsentative Bilder zu malen arbeiten wir „quick and dirty“, um schnell zu Ergebnissen zu kommen. Wenn man Visualisieren in Dialogen nutzt, gilt ohnehin das Motto: „der Weg ist das Ziel“. Trotzdem sehen die Visualisierungen der Teilnehmenden dann frisch und ansprechend aus – auch dank des visuellen Baukastenprinzips von bikablo, der viel Sicherheit vermittelt. Und bereits nach den ersten vier Stunden gilt:  „Yes, I can draw!“

Andrea: Das Training selbst ist auf einer Metaebene an das agile Vorgehen angelehnt. Das heißt, wir gehen iterativ vor. Eine Iteration ist ein halber Tag. Wir holen uns nach jeder Iteration das Feedback. So können wir direkt im Anschluss auf die Bedürfnisse reagieren.

Stefan: Und um das Training immer wieder mit neuen Impulsen zu bereichern, laden wir als Sahnehäubchen jedes Mal einen agilen Gast live für einen kurzen Input ein. Dabei wird es vor dem Hintergrund seiner*ihrer individuellen Expertise um seine*ihre Sicht auf Agilität und Visualisieren gehen.

Das klingt alles wirklich super spannend! Woher weiß ich denn, dass das Training das Richtige für mich ist?

Andrea: Genau dann, wenn du einen der oben genannten Faktoren in deinem Arbeitsumfeld vorfindest und wenn du die Kommunikation in deiner Rolle und deiner Arbeit mit dem Stift verbessern möchtest. Also, wenn du als Teammitglied Lösungsgedanken skizzieren möchtest. Oder wenn du als Scrum Master oder Coach den Beteiligten dein Vorgehen erläutern willst, um ein gemeinsames Verständnis zu schaffen. Oder wenn du als Product Owner die User Journey festhalten willst, um Schmerzpunkte und Bedürfnisse bei den Nutzer*innen zu identifizieren. Mit dem Training bekommst du die notwendigen Grundelemente und Bildvokabeln, und Anregungen, wie es in der Anwendung aussehen kann.

Stefan: Ich glaube, das Training ist für alle Stakeholder im Umfeld des agilen Arbeitens interessant. Das Training funktioniert selbst als ein Projekt, das alle Beteiligten – Teilnehmende und Trainierende – gemeinsam voranbringt. Durch alle drei Tage weht ein frischer agiler Wind. Alle, die diesen Rückenwind zum Erlernen oder Erweitern der eigenen visuellen und methodischen Skills mit uns nutzen wollen, sind herzlich willkommen!


Ihr habt nun Lust drauf bekommen, an diesem neuen Format teilzunehmen? Es sind noch Plätze frei! Zur Anmeldung geht’s hier


Andrea Wendt ist bikablo Corporate Trainerin bei Volkswagen. Erfahrungen im Kontext agiler Arbeitsweisen bringt Andrea durch ihre gelebten Rollen Scrum Master und Product Owner mit. Mit der internen Ausbildung zur Certified Scrum Professional steht sie bei Volkswagen als Agiler Coach zur Verfügung mit dem Hauptaugenmerk auf Zusammenarbeit, Agile Community und Visualisierung.

 

Stefan BökerVon Stefan Böker kann man lernen, was ein Grafiker mit Leib und Seele ist: Als Trainer, Graphic Recorder, Visual Storyteller und Erklärfilmspezialist navigiert der erfahrene Diplom-Designer mit leichtem Strich durch anspruchsvolle Fragestellungen und findet dabei immer den besten Weg, verzwickte Sachverhalte überzeugend auf den Punkt zu bringen. Als Mitentwickler dieses Trainingsformats hat er unser Scrum-spezifisches Bildvokabular mitgestaltet.